Lukana Inzident
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»Wie
knapp
war
das?«
Alshars
Stimme
war
nur
eine
Nuance
unter
dem,
was
man
als
hysterisch
bezeichnen
konnte.
»Willst
du
nicht
wissen.«
Fawn
blickte
starr
auf
den
Panoramaschirm,
auf
dem
noch
der
Schimmer
eines
gelbroten Lichts nachzuglühen schien.
Erneut
blitzte
es
beim
fremden
Schiff
auf,
doch
diesmal
lag
der
Schuss
recht
deutlich
daneben,
was
aber
auch
daran
lag,
dass
die
SATA
2
die
Geschwindigkeit abrupt erhöht hatte.
»SATA! Der Paratron?«
»Konverter
ist
in
Kalibrierungsphase.
Und
im
Übrigen
nutzlos.«
»Der Strahl durchschlägt Paratronschirme?«
»Nein.
Jedoch
übersteigt
die
Leistung
die
Schirm-
kapazität
um
280
Prozent.
Was
einer
Karenz
von
0,3
Sekunden entspricht.«
»Das
heißt,
in
dem
Moment,
in
dem
wir
getroffen
werden,
ist
es
egal
ob
der
Paratron
aktiv
ist
oder
nicht.«
»Korrekt.«
»Status Antrieb?«
»17
Prozent
Überlast
im
Notfallmodus.
Zeit
bis
Sicherungsposition Gasriese 72 Sekunden.«
Fawns
Lippen
verzogen
sich,
im
stillen
Zweifel
daran,
dass
die
Fremden
der
SATA
2
diese
72
Sekunden
noch
lassen würden.
Ziemlich
genau
2
Sekunden
später
stach
erneut
grelles
Licht
durch
den
Panoramaschirm.
Und
diesmal
kam es zielsicher näher.
»Ausweichmanöver!«
»Aktiv! Trefferwahrscheinlichkeit 81,3 Prozent!«
’Wir
sind
zu
schnell.
Die
Manöver
sind
nicht
mehr
abrupt
genug.‘
In
diesen
Gedanken
hinein
begann
sich
Joan
vorzustellen,
dass
sie
schon
in
der
nächsten
Sekunde
tot
sein
könnte.
Und
es
würde
so
schnell
gehen,
dass
sie
es
bewusst
nicht
mal
wahrnehmen
würde.
Wie
würde
es
sein?
Würde
sie
noch
existieren?
Als
bloßes
Bewusstsein
durch
das
Weltall
treibend,
die
glühenden
Reste
der
SATA
2
betrachtend?
Wie
würde
es
sich anfühlen tot zu sein? Wie würde es weitergehen?
Abrupt
verschwand
das
helle
Licht
vom
Panoramaschirm.
Und
ebenso
abrupt
hallte
eine
Stimme durch die Zentrale der SATA 2.
»Die
SAMOSATA!
Sie
haben
Transformbomben
eingesetzt!«
Erleichterung
durchströmte
Joan.
Und
mitten
in
die
Erleichterung
hinein
musste
sie
an
die
Bewohner
von
LUKANA
denken.
Es
war
absolut
unmöglich,
dass
dort
die
Explosion
einer
Transformbombe
unbemerkt
geblieben
war.
Immerhin
gab
es
ja
schon
eine
primitive
Raumstation.
Eher
eine
Art
orbitale
Kapsel.
Aber
eigentlich
war
das
nicht
relevant,
da
der
Explosionsblitz
im Bereich der Nachtseite LUKANAS gelegen hatte.
»Das
fremde
Schiff
existiert
noch!«
Fawn
deutete
aufgeregt
auf
den
Panoramaschirm,
wo
zu
sehen
war
wie
die
Fremden
das
Abdriften
ihres
Schiffes
stoppten.
Gleich
darauf
begann
es
senkrecht
zur
Polebene
des
Gasriesen
aufzusteigen
und
drehte
dabei
den
Bug
in
die
Richtung, in der Fawn die SAMOSATA wusste.
»Wieso
feuern
sie
nicht?«
Obwohl
Joan
nur
flüsterte,
durchschnitten
ihre
Worte
die
beklemmende
Stille
gleich der Schneide eines Schwertes.
»SATA, Situationsanalyse.«
»Die
Leistungsparameter
des
fremden
Schiffes
liegen
deutlich
über
denen
der
SAMOSATA.
Das
Energieniveau
des
Schutzschirms
liegt
über
dem
eines
Paratron.
Aktuell
ist
ein
Verzerrungsfeld
aktiv,
das
eine
präzise
Zielerfassung
effektiv
stört.
Eine
Kompensation
ist
möglich,
erfordert
aber
mehr
Daten
und
Berechnungen.«
»Empfehlungen?«
»Ich
empfehle
Rückzug.
Das
Temfiri-System
liegt
mit
271 Lichtjahren im erreichbaren Radius.«
Nur
im
Weltall
war
es
nun
noch
stiller
als
an
Bord
der
SATA 2.
Verstohlen
und
möglichst
unauffällig
sah
sich
Joan
um.
Wer
von
den
anderen
mochte
wohl
für
einen
Rückzug
sein?
Wer
konnte
damit
leben,
die
SAMOSATA
im Stich zu lassen?
»Sie feuern!«
Sofort
zuckten
Joans
Augen
wieder
zum
Panoramaschirm.
Nur
waren
dort
keine
Explosionen
zu
sehen,
sondern
erneut
dieser
gelbrote
Strahl.
Allerdings
war
der
nun
deutlich
energiereicher.
Was
an
den
vier
Strahlen
lag,
die
von
den
äußeren
Segmenten
stammten
und
die
sich
vor
der
Mündung
der
Hauptwaffe
trafen
und
für
eine
signifikante
Verstärkung
des Hauptstrahls sorgten.
Praktisch
mit
dem
Auftreffen
auf
den
Paratronschirm
der
SAMOSATA
begann
dieser
die
Farbe
zu
wechseln.
Das
Blau
wechselte
ins
rötliche
und
Energiegewitter
zuckten über den Schirm.
»Warum
reagieren
sie
nicht!«
Angst
begleitete
Alshars Stimme.
»Der
Paratronschirm
der
SAMOSATA
befindet
sich
im
Notfallmodus.
Der
Einsatz
von
Waffen
und
Triebwerken
ist derzeit unmöglich.«
»Das heißt, entweder er hält oder sie sterben!«
»Korrekt.«
Nie
hatte
die
Stimme
einer
KI
in
Joans
Ohren
empathieloser
geklungen,
obwohl
dies
tatsächlich
gar
nicht so war. Allein die Aussage ließ es so wirken.
»Wir
müssen
weg!«
Alshars
Hände
ballten
sich
zu
Fäusten.
»Ich
meine,
wenn
sie....,
wenn
die
SAMOSATA....,
wenn...,
dann,
dann
werden
sie
wieder
auf uns...., ich meine.«
Ein
kurzes
Schluchzen
unterbrach
ihr
Gestammel.
Und
zwei
Atemzüge
später
klang
ihre
Stimme
deutlich
anders.
»Können wir denn gar nichts tun?«
»Für einen relevanten Effekt fehlen uns die Waffen.«
»Wir
müssten
doch
nur
den
Strahl
unterbrechen.
Irgendwie.
Vielleicht
wenn
wir
hindurch
fliegen.
Wir
aktivieren den Paratron und fliegen einfach...«
»Bei
der
Waffenleistung
würde
der
Paratron
beim
ersten Kontakt platzen und wir gleich mit.«
»Ich
meine
ja
nur.«
Seufzend
schloss
Alshar
ihre
Augen.
»Für
das
angedachte
Szenario
gibt
es
eine
Option.
Das
Destruktionsrisiko
ist
jedoch
sehr
hoch
und
nicht
präzise kalkulierbar.«
»Details.«
Fast
synchron
kam
das
Wort
aus
Fawns
und Teyras Mund.
»Der
Antrieb
kann
so
modifiziert
werden,
dass
eine
Gravitationswirkung
entsteht,
die
den
Waffenstrahl
sphärisch ablenkt.«
»Ausführen!«
Fawns
Stimme
klang
so
laut
wie
bestimmend.
Doch
im
nächsten
Moment
kniff
er
die
Lippen zusammen.
»Es
muss
einstimmig
sein.«
Hastig
drehte
er
sich
so,
dass
er
alle
im
Blick
hatte,
wobei
selbiger
ebenso
fordernd wie antreibend war.
Joan
schloss
die
Augen
und
dachte
daran,
wie
sie
vor
wenigen
Minuten
noch
über
die
Möglichkeit
des
eigenen
Todes
nachgedacht
hatte
und
wie
erleichtert
sie
gewesen
war,
dann
doch
am
Leben
geblieben
zu
sein.
Nur,
um
jetzt
vor
der
Wahl
zu
stehen,
erneut
dem
Tod
ins
Auge
zu
blicken
oder
804
Menschen
beim
Sterben zuzusehen.
»Dafür!«
Noch
mit
geschlossenen
Augen
hörte
sie,
wie sie das Wort aussprach.
»SATA! Ausführung!«
Überrascht
riss
Joan
ihre
Augen
auf
und
sah
gerade
noch
die
Reste
von
Teyras
Nicken.
Gleichzeitig
hatte
sie
das
Gefühl,
dass
die
SATA
2
den
Kurs
änderte.
Ein
rascher
Blick
zum
Panoramaschirm
bestätigte
es.
Und
die
gespenstische
Szene,
die
dort
zu
sehen
war,
ließ
weitere
Gefühle
entstehen.
Denn
ein
rötlich
weißes
Wabern
war
genau
dort,
wo
die
SAMOSATA
wenig
zuvor
noch gewesen war.
Mehr
und
mehr
wurde
dieses
Wabern
unerbittlich
angeheizt,
von
dem
unheilvollen
Strahl
der
von
dem
fremden
Schiff
kam,
das
nun
über
dem
Pol
des
Gasriesen
stand.
Und
der,
durch
seine
mit
Schwefel
überzogene
Oberfläche,
gelblich
schimmernde
Mond,
an
dem
die
SATA
2
gerade
vorbeiflog,
machte
die
Szene
um keinen Deut besser.
»Ich
möchte
jedem
von
euch
die
Option
eines
Sedativums anbieten.«
»Rette
die
SAMOSATA!
Ein
besseres
Sedativum
wirst
du
im
ganzen
Universum
nicht
finden!«
Joan
spürte,
wie
sich
die
Muskeln
in
ihrem
Gesicht
anspannten.
Spürte
ebenso,
dass
sie
nie
zuvor
im
Leben
einen
derart verkniffenen Ausdruck aufgelegt hatte.
»Aktiviere Linearmanöver.«
»Kannst
es
Kamikaze
nennen!«
Gleich
nachdem
sie
es
gesagt
hatte,
spannten
sich
Teyras
Kiefermuskeln,
in
Erwartung
eines
fürchterlichen
Aufschlags,
alles
durchdringender
Lichtblitze
und
eine
sich
in
Einzelteile
zerlegende SATA 2.
Joans
Backenzähne
begannen
zu
knirschen,
als
das
diskusförmige
Schiff
in
den
Linearraum
sprang.
Übergangslos
wurde
der
Panoramaschirm
dunkel,
nur
um im nächsten Moment eine wahre Hölle zu zeigen.
*
Alles,
absolut
alles
vibrierte.
Das
Schiff,
die
Sitze,
der
Boden,
der
Panoramaschirm
und
auch
jede
Faser
von
Joans
Körper.
Das
Vibrieren
war
allumfassend
und
hochfrequent,
gleich
einem
Summen.
Selbst
die
Gedanken
fühlten
sich
summend
an.
Gedanken,
die
sich
nicht
ordnen
konnten,
angesichts
einer
Licht-
kaskade
flackernder
rotweißer
Lichtblitze,
die
nicht
nur
vom
Panoramaschirm
kamen,
sondern
omnipräsent
waren.
Selbst
aus
Teyras
Brust
drang
das
typische
Leuchten
eines
dieser
Blitze.
Und
damit
nicht
genug
begannen
die
Konturen
zu
verschwimmen,
bis
alles
dreifach zu existieren schien.
Mitten
in
eine
kreatürliche
Furcht
hinein
entstand
in
Joan
ein
Gefühl
von
Faszination,
als
sie
auf
ihren
rechten
Arm
blickte,
wobei
sie
nicht
wusste,
welcher
der drei Schemen der echte Arm war.
»SATA! Bericht!«
»
D
i
i
i
m
e
e
e
n
n
n
s
i
i
i
i
o
o
n
a
a
a
l
e
e
e
Veerzeeeruuungssseeeffeekteee.«
Joan
spürte,
wie
sie
blass
wurde.
Denn
wenn
die
KI
ausfiel,
waren
sie
verloren.
Niemand,
auch
Fawn
nicht,
konnte
den
Antrieb
in
diesem
Chaos
steuern.
Ganz
zu
schweigen
davon,
dass
sie
ja
nicht
mal
wussten,
welche
Justierungen die KI vorgenommen hatte.
»Hat
noch
jemand
einen
letzten
Wunsch.«
Alshars
Worte
klangen
leicht
verzerrt.
Und
so
klagend,
wie
sie
sich
anhörten,
entlockten
sie
Joan
dennoch
ein
Lachen,
angesichts
der
offensichtlichen
Unerfüllbarkeit
jedes
noch so kleinen Wunsches.
»Was
mich
betrifft,
ich
wollte
nur
noch
mal
ein
Lachen hören.«
Joan
schluckte
und
legte
den
Kopf
in
den
Nacken.
`Wie
sehr
man
sich
doch
irren
kann.`
Und
kaum
war
dieser
Gedanke
gedacht,
brach
erneut
ein
Lachen
aus
ihr
heraus,
lauter,
länger,
heller,
fast
schon
hysterisch.
Was der Wahrheit ihrer Gefühle recht nahekam.
Erneut
begannen
die
Konturen
zu
verschwimmen,
alles
war
nun
fünffach
zu
sehen,
doch
nicht
lange,
denn
eine
steigende
Lichtflut
begann
alles
zu
überdecken,
bis
Joan nichts mehr anderes sah, als pures Licht.
´Der Tunnel, wo ist der Tunnel?‘
Gut
15
Gravo
Beschleunigungskräfte
ließen
alles,
auch
Joans
Gedanken,
in
einem
tiefen
Schwarz
verschwinden.
Lukana Inzident
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